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Naki

smitten Cross/torrid Sword

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Monday, October 24th 2005, 4:31pm

Bloody Symphony - from Niflhel to Asgard

Bloody Symphony - from Niflhel to Asgard


Vorwort:
Angefangen hat alles damit, dass ich ein relativ düsteres Gedicht über meine Assassin Cross schreiben wollte. Als ich dann neulich die Geschichte von cLou hier im Forum gelesen habe, hat sich meine Fantasie ein wenig selbstständig gemacht und aus dem Gedicht ist der Anfang eines Liedes geworden, das von der Zerstörung Midgards mit der Apokalypse handelt (natürlich ohne konkrete Melodie, da würde ich mich eher an Simn und Sephy wenden <3).

Nach und nach sind mir weitere Elemente und Bruchstücke eingefallen - z.B. ein Lord Knight, der im Weinkeller Pronteras vor der bevorstehenden Schlacht einen bestimmten Wein ordert, damit er im Moment seines Sieges oder Untergangs, egal wie schmerzhaft, wenigstens etwas hat, das ihn an die Vergangenheit erinnert, oder eben eine Symphonie, die über das verwüstete Midgard hallt und der Erde hilft, sich zu regenerieren.

Des Weiteren wollte ich selbst als Person eine Rolle spielen, aber nicht unmittelbar am Geschehen beteiligt sein, deshalb habe ich mir zwei Szenarien überlegt - das eine spielt vor dem letzten Kampf, das andere in der Zeit des Wiederaufbaus.

Was die Personenverteilung angeht, so sind noch jede Menge Plätze offen, falls jemandem der Prolog so gut gefällt, dass er seinen / ihren Charakter gern darin sehen würde. Sollte dem so sein, dann bitte ich denjenigen / diejenige, mir eine PN zu schreiben mit einem Sprite des Charakters, dem genauen Namen und Charaktereigenschaften.

Bei den lebenden Personen, die sich auf der Suche nach dem Weg des Wiederaufbaus Midgards machen, bin ich offen für alles, nur Assassin / Thief sollte keiner mehr dabei sein.
Es werden natürlich von den lebenden Personen auch einige im Laufe der Geschichte sterben, aber ich habe vor, euch als Leser da auch mit einzubeziehen, indem ihr Vorschläge machen könnt, wer sterben und wer leben soll. Und hier noch der Link zur Kritik des LQ zu 'Bloody Symphony'.

Ich poste diese Geschichte ohne Gewähr, das heißt, dass es gut sein kann, dass mir in ein paar Wochen die Arbeit für die Uni / meinen Nebenjob über den Kopf steigt und ich das Projekt auf Eis legen muss, aber ich würde sehr gerne die ganze Geschichte niederschreiben, vor Allem da ich den groben Handlungsverlauf bereits weiß.

Akteure:
PS: Hier werden nur Personen aufgelistet, die bereits vorkamen. Alle anderen werden nach und nach hinzugefügt.

Adramelk (High Priest)
Gumbl (Sniper)
Naki (Assassin Cross)
Sturmfeuer (Rogue)
Xio (Lord Knight)
Pern (Blacksmith)

Baby Naki (Baby Thief)
Shiek (Assassin Cross)
EnthroneD (Wizard)
DarkBlue (Knight)
Sohien (Alchemist)
Cruz (Rogue)
Kyona (Priest)

Fanarts:
Nach Künstlern geordnet

Just trying a shy view to the future by Cruz
Don't Touch me!! by Cruz
Adramelk & Naki by Naki
From Niflhel to Asgard by Tia

INHALTSVERZEICHNIS

-- PROLOG --
00 Das Buch

-- TAG NULL, BEGINN DER APOKALYPSE --
01 Ein Weinkeller in Prontera
02 Ein geheimes Versteck westlich von Morroc
03 Prontera Church, Krypta
04 Prontera, Nordosten
05 Rune Midgard
06 Tod und Trauer I
07 Tod und Trauer II
08 DarkBlue
09 Verrat
10 Ende und Anfang

-- TAG EINS, DER AUFBRUCH --
11 Die erste Begegnung
12 Der Aufbruch
13 Zum Wohle Midgards
14 Die Gruppe wird größer
15 Wellen der Erinnerung
16 Verborgen im Stein

-- TAG ZWEI, DER FLUSS --
17 Kauderwelsch

Und nun zum Prolog, der am Tag nach der Apokalypse spielt. Im Anschluss daran kommt der Tag null, also der Tag der Götterdämmerung.

--- OUVERTURE ---

From the dark realms of Niflhel
to the sacred fields of Asgard
through thickset fog and in the wind
twangs this bloody symphony

A blood-stained ouverture
the deadly duet
an intermezzo culminates
in howls of dying souls

Swords instead of violins
whirring arrows accompany the flute
bleeding keys of pianos
in unison they sing

The vicious and sound
they both entwine
and leave beyond our weeping eyes
a wafting field of tones

Death supersedes sleep
and life gives way to pain
and past the Dawn of Gods
all's cry and whine and yell


--- PROLOG ---

Erbarmungslos brannte die Mittagssonne auf die Überreste der einst so majestätischen Sphinx hernieder. Der Wind trug den Geruch von Blut, Rauch und Verwesung und wirbelte den brennenden Sand auf. Hektisch und fast fiebrig stapfte eine kleine, unscheinbare Gestalt mit violettem Haar und einer gelb schimmernden Fox Mask auf dem Kopf durch die von Trümmern übersäte Landschaft, den Blick fest auf den geheimen Eingang auf der Rückseite der Sphinx gehefte.
Ihr Begleiter, ein Assassin Cross mit blutbeflecktem Gewand, konnte dem kleinen Wildfang kaum folgen. Der Solar God Helm auf seinem Kopf wog schwerer mit jedem Schritt, Schweiß brannte in seinen Augen und in den Schnitten, die sein Gesicht verunzierten. Innerlich verwünschte er diesen übereifrigen Dreikäsehoch, aber er hatte der Mutter des kleinen Thief-Mädchens versprochen, gut auf das Energiebündel aufzupassen, also fügte er sich in sein Schicksal und bemühte sich, Baby Naki einzuholen.

Mittlerweile war Baby Naki am zertrümmerten Geheimgang zur Assassingilde angekommen und spähte furchtsam in den unterirdisch verlaufenden Gang. Niemand hielt sich hier mehr auf, Monster und Menschen hatten das Weite gesucht, als am Tag null die Götterdämmerung Midgard heimgesucht hatte.
'Onkel Shiek, hier müssen wir rein!'
Shiek seufzte innerlich auf und sparte sich die Bemerkung, dass er selbst bis vor Kurzem noch jeden Tag den selben Gang benutzt hatte.
'Ja, dann geh du doch schonmal vor und ich grab' dich dann aus, wenn der Rest der Sphinx über dir zusammengestürzt ist.'
Baby Naki quietschte vergnügt auf und schickte sich tatsächlich an, den verschütteten Gang zu betreten.
'Ja... warte.... nicht!!'
Erschrocken stürzte Shiek nach vorne und packte Baby Naki am Kragen.
'Mensch, ein bisschen vorsichtiger solltest du schon sein. Erst rette ich dich vor den Abertausenden von Monstern in Prontera, damit du nicht gevierteilt wirst und dann begibst du dich so leichtsinnig in Gefahr, so geht das ja wohl nicht, kleines Fräulein.'
'Oh... ähm... tut mir Leid.'
Nachsichtig tätschelte der Assassin Cross den violetten Schopf des kleinen Wildfangs. Danach wandte er sich dem Gang zu und beäugte vorsichtig den Zustand der Stützbalken.
'Also... ich werde da jetzt mal allein reingehen, Kleines. Das Buch sollte nicht allzu schwer zu finden sein. Und du wartest bitte hier, am besten versteckst du dich dort hinter diesen drei Felsbrocken.'
Shiek wedelte gebieterisch mit einer bandagierten Hand und Baby Naki folgte brav seiner Anordnung - allerdings nicht ohne ihm zuvor die Zunger herausgestreckt zu haben.

Shiek kroch flink in den halb eingefallenen Gang, der fein von der Decke rieselnde Sand machte ihn zwar ein bisschen nervös, aber er vertraute auf die ihm wohl bekannte Konstruktion der Dachbalken. Seine Augen gewöhnten sich rasch an das vollkommene Dunkel und nach wenigen Metern konnte er sich aufrichten, da der Gang hier von dem Sturm, der draußen getobt hatte, völlig unberührt geblieben war. Obwohl er sicher war, dass ihm hier keine Gefahr mehr drohen konnte, gesellte sich der Assassin Cross zu den Schatten und drang lautlos im Cloaking tiefer in das Innere der Sphinx vor.
Er sah das Buch genau vor sich, Naki hatte es vor so wenigen Tagen noch in den Händen gehalten. Ein grauer Einband aus Leinen, ein vergoldetes Lesezeichen und die wunderschöne Feder, mit der sie alle hineingeschrieben hatten, die Anführer der verschiedenen Klassen. Und nun musste er dieses Buch so schnell wie möglich finden und aus den Ruinen bergen, denn darin enthalten war der Schlüssel zum Wiederaufbau Midgards, der geheime Weg und die benötigten Mittel.

Nach wie es ihm schien unendlich langer Zeit machte der Gang eine scharfe Biegung und mündete im großen Versammlungsraum der Assassingilde. Die Balken dort bogen sich gefährlich unter dem Gewicht der eingestürzten Sphinx, auch hier rieselte der feine Wüstensand von der Decke herab. Kein Mucks war zu hören, aber Shiek blieb vorsichtig im Schatten auf der Hut, tastete sich langsam in den Raum hinein.
Hastig flogen seine Blicke durch den Raum, suchten das kostbare Buch. Die Waffen an seiner Seite klirrten leise, als er sich abrupt umdrehte, um einer vermeintliche Bewegung am Rande seines Sehfeldes nachzustellen, doch nichts rührte sich. Nur der Sand fiel weiter in sanften Rinnsalen von oben herab.
Shiek atmete auf, trat ins Licht und ruhte sich einen Moment lang aus. Das Cloaken kostete ihn immer noch zu viel Kraft, er hatte sich noch nicht vollständig von den vergangenen Kämpfen erholt. Matt strich er sich das flammend rote Haar aus der Stirn und die dünnen aber tiefen Kratzer auf seiner Stirn brannten erneut.
Plötzlich jagte ein durchdringendes Stöhnen durch die eingefallene Halle, einer der Balken jammerte, als das Holz sich immer weiter durchbog und schließlich in einem ohrenbetäubenden Krachen brach. Ein Minorous hatte auf der Oberseite des Balkens gelauert und sprang nun behende trotz seines Gewichts von dem splitternden Balken ab. Eine wahre Lawine aus Sand und Geröll ergoss sich, Staub wirbelte auf und trieb Shiek die Tränen in die Augen. Der Minorous heulte erbost auf und stürmte mit erhobenem Hammer auf den Assassin Cross zu.
Adrenalin schoss durch Shieks gesamten Körper und er duckte sich unter dem ersten Schlag des zweibeinigen Ochsen weg, zückte das Ice Haedonggum und seine Main Gauche. Mit den schützend vor sein Gesicht erhobenen Waffen wirbelte er herum, violette Schatten zuckten auf einmal um seinen angespannten Körper herum und mit einem Aufschrei schleuderte er dem Minorous einen Soul Destroyer entgegen.

Der Minorous jaulte erschrocken auf und prallte an die gegenüber liegende Wand. Ein weiterer Balken barst unter der Wucht des massigen Körpers und eine neuere Lawine ergoss sich in das Innere des Raumes.
Shiek ging zu Boden, als das Gewicht des herabprasselnden Sandes ihn niederdrückte. Keuchend robbte er Stück für Stück vorwärts, kroch schwer atmend und hustend aus der Gerölllawine, würgte und spuckte.
Der Minorous war tot, doch der Sand rauschte weiterhin unerbittlich in den ehemaligen Versammlungsraum und bedeckte bereits den gesamten Boden. Außerdem hatte er das Buch immer noch nicht gefunden! Mühsam erhob Shiek sich und tastete sich halb blind von dem Sand in seinen Augen an der Wand entlang.
'Wo kann es nur sein... es muss doch hier irgendwo...', knurrte er leise, seine Hände tasteten sich suchend über die raue Oberfläche des Sandsteins. Auf einmal spürte er unter seinen bebenden Fingern glatten Marmor, kühl und glatt. Shiek wusste, dass er sich nun im vorderen Teil des Raumes befand, denn hinter dem Rednerpult war ein Relief aus Marmor, das verschiedene Assassin-Techniken darstellte. Mit neu entfachtem Eifer blinzelte er die restlichen Sandkörner aus seinen Augen weg und fand schließlich, wonach er gesucht hatte: eine kleine Einbuchtung im Relief, eine gut versteckte Schublade. Hastig zog er sie auf und fand darin, wonach er gesucht hatte: das Buch, in dem die Lösung all ihrer Probleme stehen sollte!
Schnell nahm er es an sich, verstaute es gut unter seinem Brustharnisch und sah sich fieberhaft nach dem Ausgang um. Rasch wechselte er wieder ins Cloaking, flog förmlich über den weichen, nachgiebigen Sandboden auf den rettenden Ausgang zu.

Hinter ihm erbebte der Boden, ein weiterer Stützbalken brach und brachte den Raum nun endgültig zum Einsturz. Keuchend flitzte Shiek auf den rettenden Ausgang zu, immer vor Augen, dass er jetzt einfach nicht aufgeben konnte, dass er nicht sterben und das wertvolle Buch mit sich begraben konnte. Innerlich feuerte er sich an, als er gegen die Wände des schmalen Ganges prallte, auch die Stützbalken hier würden nicht mehr lange halten. Mit letzter Kraft schoss er einen weiteren Soul Destroyer hinter sich auf den Boden und katapultierte sich selbst mit dem Rückstoß aus dem Gang hinaus.
Steine prasselten auf ihn ein, als er hilflos über den Boden rollte und schließlich hart an den drei Felsbrocken aufschlug, an denen er Baby Naki zurückgelassen hatte.

Bevor er in Ohnmacht fiel sah er nur noch, wie sich das kleine Thief-Mädchen über ihn beugte, seine Hand nahm und einen Butterfly Wing zückte...
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Naki - the Diary of a 'sinX - Last entry: 4 yrs Aug 4 2008 - Bloody Symphony - from Niflhel to Asgard
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3

Monday, October 24th 2005, 6:08pm

Sehr sehr schön geschrieben - o.o...
Ich glaub ich bewerb mich glatt mal :D.
-DarkBlue- | 99/50 priest |Eternal Soul at heart.
"The sun don't shine forever - so as long as it's here, we might as well shine together."


4

Monday, October 24th 2005, 10:48pm

Mega-Nice!!!
Krieg ich ja Angst dass mich hier überholst T_T ^^
Naja wenn noch wen brauchst ich schreib dir ne PN ;)
Jedenfalls weiter so. Find es super geschrieben.

5

Monday, October 24th 2005, 11:07pm

omg, da fiebert man richtig mit o.o...
Schreib bloß weiter, das hört sich nach einer richtig guten Story an :ok

quit ro.

Naki

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6

Tuesday, October 25th 2005, 12:21pm

@alle
Danke für die Kommentare =p
Hier jetzt der Rückblick auf den Tag null, an dem die Welt den Atem anhält und das Reich der Menschen zu Staub zerfällt.

--- TAG NULL, BEGINN DER APOKALYPSE ---

Ein Weinkeller in Prontera

Als der Lord Knight das düstere Gewölbe im Südwesten Pronteras betrat, war der Besitzer des königlichen Weinkellers zunächst geblendet vom strahlenden Antlitz des Beschützers Tristan III.. Der silberne Harnisch glänzte im einfallenden Tageslicht, als er in der Tür stehend inne hielt, um seine Augen an das matte Halbdunkel des Kellers zu gewöhnen. Ein vorwitziger Sonnenstrahl brach sich in seinem hüfthohen Schild und schickte schillernde Reflektionen durch das alte Gemäuer.
Der Lord Knight hielt inne, die rechte Hand reflexartig zur Scheide seines Schwertes erhoben, obwohl er wusste, dass um diese Tageszeit hier keine raufenden Trunkenbolde um Wein oder ein paar Zeny betteln würden. Seine frisch polierte Rüstung klirrte leise, als Xio die zwanzig Stufen hinabstieg und am Ende der Treppe einen besorgt wirkenden Winzer vorfand.
Nicht nur das Alter, sondern auch die große Angst vor den bevorstehenden Ereignissen hatte in den vergangenen Wochen tiefe Furchen in das Gesicht des Alten gegraben, so dass er mehr denn je aussah wie einer, der nur auf den letzten Streich wartete.

Der hünenhafte, schlanke Lord Knight stieß mit den Spitzen seiner Angel Wings an der von Holzbalken gestützten Decke an, die Federn kratzten leise über das vom Alter dunkel gegerbte Holz. Vereinzelte weißgoldene Haarsträhnen fielen Xio ins Gesicht. Vor wenigen Wochen waren seine Haare noch blond gewesen, denn Angst und Sorge hatten nicht sein Gesicht, sondern seinen Haarschopf gezeichnet.
"Ich grüße dich, Xio, Kommandant der I. Garde Tristans."
"Ich grüße dich, Onkel."
Xio spürte, wie sein Herz schneller zu pochen begann. Nie zuvor hatte er seinen Onkel und Ziehvater so förmlich begrüßt wie heute, doch an diesem Tag waren die Gedanken aller Bewohner Midgards wichtigeren Sachen zugewandt als der Art des Grüßens eines Freundes. Sein Atem ging flach und sein Mund war trocken, als er die letzte Bitte, die je über seine Lippen kommen würde, an seinen geliebten Onkel richtete.
"Onkel, bitte gib' mir doch eine Flasche dieses Rotweins aus den Weinbergen des Königs bei Payon. Ich möchte im Moment unseres Sieges, egal, wie schmerzhaft und von Verlusten behaftet er sein wird, nur diesen lieblich-herben Geschmack auf meiner Zunge spüren..."
Bei den Worten seines Ziehsohnes blickte der Winzer traurig auf die Abertausenden von Weinflaschen, die er im Laufe der Jahre aus den entferntesten Regionen Midgards mitgebracht hatte. Damals, als er noch ein kleiner Swordman gewesen war, war Xio immer auf dem Karren seines Onkels mitgefahren und hatte an den ungefährlichen Monstern auf ihren Wegen trainiert - Elder Willows, Greatest Generals, PecoPecos und manch anderes Monster waren ihm zum Opfer gefallen. Und nun, gut fünfzehn Jahre später, war er aufgestiegen zum Kommandanten der Leibwache des Königs.

Liebevoll strich der Winzer über die Etikette der alten, verstaubten Weinflaschen, bis er schließlich am Ende eines Weinregals stehen blieb und eine bauchige Flasche aus ihrer Halterung zog. Es war der Lieblingswein des Königs, gediehen und gegoren in den Weinbergen hinter Payon und gereift im Kloster der Mönche östlich von Prontera. Er strich mit dem Daumen über den in Gold gerahmten Namen des Weines - Chanson de la Sohee - und humpelte langsam zu Xio, drückte ihm die Flasche in die Hand.
"Ich wünsche dir und der gesamten Armee des Königs viel Erfolg. Es ist wohl bald soweit."
"Ja, Onkel. Ich danke dir. Möge der Segen Tristans mit dir sein."
"Geh mit Yggdrasil, Xio, auf dass du bald Asgard erreichen mögest mit deinen Heerscharen."

Xio wandte sich dem Ausgang zu, stieg langsam die ihm so vertrauten Treppenstufen hinauf. Die Flasche mit dem köstlichen Wein hielt er fest in der linken Hand. Als er ins Sonnenlicht trat, fiel mit einem Mal all seine Angst von ihm ab. Die goldenen Strahlen der aufgehenden Sonne wärmten sein Gesicht und sein Herz.
Mit einem Mal war es gar nicht mehr so schlimm, dass an diesem Tag die Welt untergehen würde.
Mit einem Mal schien alles... völlig egal.

Ein geheimes Versteck westlich von Morroc

Mit leisen Schritten näherte sich die Leiterin der Assassingilde dem Versteck ihrer Untergebenen. Ihre Schritte wirbelten den weiß glühenden Sand des Sograt Desert auf, zwischen ihren Brüsten baumelte ein mit purpurnem Samt überzogenes Kreuz und der lange, bordeauxrote Schal wippte im Takt dazu. Die Hitze ließ die Sphinx vor ihren Augen flimmern, ein leichter Film aus Schweiß überzog ihr angespanntes Antlitz.
Als die Assassin Cross langsamen Schrittes unter der zur Morgenzeit schon sengenden Sonne auf den geheimen Hintereingang der Sphinx zutänzelte, fragte sie sich, wer wohl nach ihrem Tod, nach ihrer aller Tod, die Assassingilde leiten würde. Wehmütig dachte sie an die Zeiten zurück, in denen die alte Gilde noch nicht von den Monstern des Sograt Desert zerstört worden war, als sie sich jeden Abend dort zum Training getroffen hatte. Doch die Zeit konnte man nicht zurückdrehen. Ihr fliederfarbenes Haar wehte leicht, als eine frische Brise vom Meer ihre erhitzte Haut kühlte, die Devil Ears flatterten.

Während sie ins Innere der Sphinx lief, dachte Naki an den harten Kampf, der ihr und Ihresgleichen bevorstehen würde. Ein leichtes Schaudern aufgrund der kühlen Luft im Dunkeln ließ sie zittern und sie wünschte, sie wäre in den Armen ihres Geliebten und nicht hier, wo doch alle Assassins darauf warteten, dass sie ihnen den richtigen Weg wies und sie im Kampf gegen die erbosten Götter anführte.
Leise öffnete sie die mannshohe, schlanke Tür, die sie zum Versammlungsraum führen würde. Die Wände des Ganges, der steil abwärts führte, waren schwarz vom Ruß der an beiden Seiten befestigten Fackeln.
Nach wenigen Minuten, die allein dem Gedanken an ihren Mann galten, war sie im großen Versammlungsraum der Assassins angekommen. Ein letztes Mal betrachtete sie verträumt das gewaltige Mosaik an der Decke, das die zehn Tugenden der Assassins darstellte, wandte ich dann an ihre versammelten Kameraden.

Keinen Laut gaben sie von sich, die sonst lebhaft geführten Gespräche waren in den vergangenen Wochen verstummt, die Götterdämmerung stand unmittelbar bevor.
Naki trat an das Rednerpult in der Mitte des Saales, alle Blicke waren auf sie gerichtet. Ihr Herz klopfte bis zum Hals, sie betrachtete all ihre Freunde und Mitstreiter, Konkurrenten, Neider und Schutzbefohlenen. Schweren Herzens erhob sie die Stimme.
"Heute ist der Tag gekommen, an dem wir alle dafür kämpfen müssen, dass unsere Kinder und Kindeskinder in Zukunft auch ein ruhiges und unbeschwertes Leben führen können. Viele von uns werden sterben-"
Sie brach ab, unfähig, weiterzusprechen, doch die schweigende Menge wartete auf ihren letzten Befehl, den Befehl, der sie alle in den Tod führen würde.
"-aber ich hoffe, dass unsere Nachkommen diese Welt mit unserem Erbe im Herzen wieder aufbauen können. In wenigen Minuten werden die Priests uns abholen und wir werden uns in Prontera versammeln, um dort auf das Ende der Welt zu warten."

Wie betäubt stieg Naki vom Podest herab, wohl wissend, dass sie die Ihren nie wieder sehen würde. Zum x-ten Mal an diesem Tag überprüfte sie ihre Ausrüstung: die Messer im Halfter am Schenkel, die Katare an den Seiten, der Schild auf dem Rücken. Schwerfällig ließ sie sich neben ihren Vertrauten auf den Boden sinken und wartete auf die Ankunft der Priests, die sie zur großen Versammlung nach Prontera bringen würden.

Prontera Church, Krypta

Adramelk saß auf einer der kühlen, harten Holzbänke im Kirchenschiff der Prontera Church und starrte auf den Marmorboden. Geistesabwesend strich er ein paar Staubfäden von seinem weißen Gewand. Jemand spielte auf der gewaltigen Orgel eine sanfte Melodie, doch die sonst so lieblichen Klänge stachen auf seinen Kopf ein und brannten in seinen Augen. Der High Priest ballte die rechte Hand zur Faust, jene Hand, mit der er sonst die Wange seiner Geliebten zu streicheln pflegte. Wut keimte tief in seinem Inneren auf, doch im Gegensatz zu sonst konnte er ihr dieses Mal nicht Herr werden. In ihm sträubte sich alles gegen den bevorstehenden Kampf, doch was konnte er, ein einfacher Diener Gottes, schon groß dagegen tun, dass die Götter ihre Rache an den Menschen ausleben würden?
Langsam erhob er sich, tapste mit unsicheren Schritten vom Klang der Orgel fort in die Krypta. Seine Faust schlug im Takt seiner Schritte auf die Bänke ein, die wie eh und je die Geschichten derer erzählten, die auf ihnen niedergekniet waren und um Vergebung gebeten hatten. Der Weg zur Krypta war völlig leer, nicht einmal die schwatzenden Frauen, die sich hier trafen, um den Segen entgegen zu nehmen, waren heute gekommen. Der schwere Teppich verschluckte jegliches Geräusch.

In der Krypta saßen sie alle. Adramelk winkte eine kleine Gruppe nervöser Priests zu sich, schwarze und violette Roben drängten sich um ihn.
"Gut, wir werden jetzt warpen. Haltet euch bereit."
Obwohl er sehr leise gesprochen hatte, hatten doch alle Anwesenden gehört, was er gesagt hatte - schließlich hatten sie alle nur auf diesen Moment gewartet.
Die Priests öffneten Warp Portals und Adramelk trat in eines der schimmernden, gleißend hellen Portale. Er schloss die Augen und wartete darauf, den kühlen Sandstein der Sphinx unter seinen Füßen zu spüren.

Einige Momente später stand er im Halbdunkel, nahm den durchdringenden Geruch nach Ruß und Staub war. Vor ihm stand seine Geliebte.
"Bitte warpt alle Assassins nach Prontera vor die Church. Ich komme gleich nach."
Rasch zog er seine Frau in eine dunkle Nische und vergaß für einen Moment, dass der nächste Kuss schon der letzte sein könnte.
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7

Tuesday, October 25th 2005, 1:04pm

*waves*
Du hast irgendwie "ein Talent" Geschehnisse so zu beschreiben, dass man sich das wirklich "vorstellen" kann... bzw. das ganze wirkt so... authentisch? xD...
Vor allem Xio's Auftritt ist ja nur 1337 :D.

Klasse, mehr, weiter Q___Q.
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8

Tuesday, October 25th 2005, 3:15pm

Wie würde Dieter Bohlen sagen?
Das ist Mega-Hammer-Geil, Mädel. Du bist ne Runde weiter!

9

Tuesday, October 25th 2005, 4:25pm

woaa toll geschrieben :no1:
soviele Details liebevoll eingebaut! Toll!^^ :wow:
könntn geiles szenario werden, toller Anfang schon mal
bin ja schon so gespannt *fingernägel anknabber*

Naki

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Wednesday, October 26th 2005, 9:33pm

Prontera, Nordosten

Xio hatte die Flasche Wein sicher in einer der Satteltaschen seines PecoPecos verstaut und war zur Prontera Church geritten.
Unterwegs war seine Garnison zu ihm gestoßen, eine kleine Armee gepanzerter Knights, Lord Knights, Crusader und Paladins auf ihren geflügelten Reittieren, die in ihrer orangefarbenen Federpracht so gar nicht zum Anlass des Aufmarsches passten. Außer dem leisen Klacken ihrer Krallen auf dem Steinboden war kein Laut zu hören, keine überflüssige Bewegung. Alle hielten die Köpfe ehrfurchtsvoll gesenkt, niemand traute sich, in den sich verdunkelnden Himmel zu blicken.
Wolkenbänke verdunkelten die Sonne, sie alle schienen strudelförmig auf einen von hier unten kaum erkennbaren Fleck zu strömen. Oberhalb der Wolken brodelte es, doch noch trennten die massiven Wolkenberge die Menschen vor ihrem Untergang.

Vor der Kirche kam die Armee zum Stillstand. Xio stieg von seinem PecoPeco ab, trat auf den Eingang der Kirche zu. Einem Impuls folgend drehte er sich noch einmal um und sah, dass Rogues und Stalker zwischen seinen Untergebenen aufgetaucht waren. Sie alle trugen mannshohe Schilde, manche hatten Pfeil und Bogen geschultert, der Rest kurze Dolche. Jede ihrer Waffen war einzigartig, versehen mit unzähligen Kerben, rissiges Leder am vom Schweiß dunkel gefärbten Griff. Xio erkannte orientalisch wirkende Waffen aus der Region um Comodo, sah solide Schwerter aus Payon oder Prontera und fast zierliche Kurzschwerter, die mit besonderen magischen Kräften verzaubert waren. Ernst waren sie, die sonst so anstands- und furchtlosen Rabauken, ruhig, fast schon gelassen, so wie seine eigenen Truppen. Hier und da blitzte ein schwarzer Netzstrumpf auf, die Frauen sahen nicht weniger verrucht aus als ihre Gefährten.

"Wo steckst du denn, wir sollten schon lange in der Kirche sein!"
Kaum hatte der Lord Knight die Worte ausgesprochen, erschien vor ihm auch schon der Anführer der Räuber, Sturmfeuer. Er trug einen alten, mehrmals geflickten Corsair auf dem Kopf, der sein blaues, wirres Haar fast verdeckte.
"Schon da, Xio, mein Freund."
Seine Stimme klang heiser, verbraucht. Linkisch beäugte er den Eingang des Gotteshauses, fast als wäre dieser sein persönliches Tor zur Hölle. Nach kurzem Zögern traten sie zusammen ein.
Das warme Halbdunkel der Kirche umfing sie, der Weihrauch betäubte ihre Sinne. Im Inneren der Kirche standen zwei weitere der insgesamt sechs Anführer, die über die Jahre hinweg Informationen über das Geheimnis des Lebens zusammengetragen und in einem magischen Buch versiegelt hatten. Heute war der Tag gekommen, an dem sie alle das Buch unterzeichnen würden, dessen Inhalt in dem Moment verschwand, in dem er niedergeschrieben wurde.

Gumbl und Pern lehnten betont lässig an der von Kerzen erhellten Wand, einzig ihre Hände, die krampfhaft die Griffe ihrer Waffen umklammerten, zeugten von der Angst und Beklemmung, die auch von ihnen Besitz ergriffen hatte.
Wie gern hätten sie alle noch einmal einen Blick in das Tagebuch ihrer beschwerlichen Reise geworfen, wie gerne hätten sie gelesen, was die Ältesten in Umballa, die Toten in Glast Heim oder die Hüter des Schnees in Lutie hinein geschrieben hatten, Puzzleteile einer alten Legende, die über Generationen hinweg mündlich weitergegeben worden war. Doch die Schrift war verblichen im selben Moment, in dem die Feder das Pergament verlassen hatte, im Moment des letzten Schnörkels war der erste schon längst vergessen gewesen und so konnten sie nur hoffen, dass nicht nur Gerüchte und das Geschwätz neunmalkluger Narren, sondern auch handfeste Hinweise darin enthalten waren.
"Adramelk und Naki müssten gleich kommen."
Perns Stimme riss die kleine Gruppe aus der Lethargie und der drückenden Stille. Xio beäugte den eher stillen Sniper Gumbl und den hochgewachsenen, muskulösen Blacksmith Pern. Gumbls silbrig glänzender Bogen schabte leicht an der Wand entlang, als der Sniper lautlos hustete. Fremdartig anmutende Schriftzeichen waren tief in den schlanken Hals eingeritzt, stummes Zeichen der Reise nach Umballa. Der blaue Rubin an seiner matt schimmernden Krone war weiß geworden, feine Risse verunzierten den wertvollen Stein.

"Hast du das Buch?", flüsterte Sturmfeuer heiser, seine eisblauen Augen wanderten unruhig an Pern auf und ab. Dieser taxierte den Rogue zunächst, versuchte, dessen Blick mit seinen Augen einzufangen, doch Sturmfeuer wich ihm gekonnt aus und wippte auf seinen Fußsohlen.
Langsam beugte Pern sich hinunter zu seinem Karren, seine Knie knacksten, als er in die Hocke ging und einige haselnussbraune Strähnen rutschten unter dem schweren Majestic Goat auf seinem Kopf hervor. Vorsichtig hob der Blacksmith ein in Leinen eingewickeltes Paket aus dem hölzernen Gefährt. Es war an der Oberseite mit einem blassroten wächsernen Siegel verschlossen, ein goldenes Band umschmeichelte den groben Stoff.
Es war an der Zeit, das Siegel zu brechen und die Magie des Buches mit sechs Unterschriften zu entfachen.

Die Kirchenpforte öffnete sich leise knarrend und mit dem einfallenden Sonnenlicht traten Adramelk und Naki ein. Ihre Wangen waren leicht gerötet, doch wer konnte es den beiden versagen, am letzten Tag ihres Lebens noch einmal die Nähe zu einander zu suchen.
Unsicheren Schrittes gingen die sechs ins Innere der Kirche, ihre Waffen hatten sie trotz der friedvollen Atmosphäre nicht abgelegt.
Vor dem Altar angekommen ließen sie sich nieder in einem zum Mittelgang hin offenen Halbkreis. Die Kirche schien der richtige Ort für ein der Gruppe so wichtiges Ereignis.
Pern brach ohne viel Federlesens das Siegel und befreite das schmale Buch aus seiner Hülle. Eine braun schimmernde Feder des Gryphons war auf dem Buch gelegen. Der Blacksmith kramte ein kleines Fläschchen schwarzer Tinte aus einer der zahlreichen Taschen seiner Hose und tauchte die Feder hinein. Dann öffnete er das Buch auf der ersten Seite und schrieb sorgfältig einen kurzen Text hinein.

unimpressive but yet arcane
this book enshrines
a secret one was looking for
all told it, six found it

so may one day this magic act
lest Midgard will shine someday again
all might we lay in those your hands
be cagey and lead to glory our land

Pern tauchte die Feder erneut in die dicke, schwarze Tinte, setzte seinen Namen unter den Text und reichte das Buch an Gumbl weiter. Während alle sechs unterschrieben dachten sie erneut an die lange Reise, die sie unternommen hatten, um diesen wertvollen Schatz an Informationen über Yggdrasil, den Spender allen Lebens, zusammenzutragen. Sie dachten an die kontroversen Meinungen, die ihr Vorschlag vor dem Tribunal der Anführer hervorgerufen hatte, sie dachten an den denkwürdigen Tag, an dem fest stand, dass sie sich zu sechst auf die Reise und Suche nach dieser alten Legende machen würden. All die anderen Anführer hatten sie ausgelacht und ihnen vorgeworfen, sie würden einem Märchen nachjagen, doch sie hatten nicht aufgegeben. Sie hatten die wertvollen Geheimnisse, den Wegweiser zu Yggdrasil und den Schlüssel zur Wiederauferstehung Midgards zu ihrem eigenen Schutz auf magisches Papier schreiben lassen, so dass sie selbst nicht in Versuchung geraten würden, das Geheimnis zu ihrem Vorteil auszuschlachten, und all die Menschen, die sie aufgesucht hatten, hatten selbst nur einen kleinen Teil zur Geschichte beigetragen.
Das ganze Geheimnis war unsichtbar vor ihrer aller Augen in diesem schmalen Buch verborgen und konnte erst gelüftet werden, wenn die Apokalypse den Blutzoll von den Menschen eingefordert hatte.

Als sie alle unterzeichnet hatten, versiegelte Pern das Buch wieder und drückte dem Päckchen das von ihm eigens für die sechs Gefährten hergestellte Siegel auf. Einige Minuten verharrten die Anführer reglos vor dem unscheinbaren Band, die Augen geschlossen oder den Blick gesenkt. Nach einer Weile rief Xio einen seiner Untergebenen zu sich. Sein Name war Gian, doch gerne hörte er diesen aus dem Mund seines Kommandanten nicht. Er zog die Nase kraus, als Xio ihm das nun wieder versiegelte Buch überreichte, doch der große Respekt, den er seinem Kommandanten gegenüber besaß, verbot ihm, ein negatives Wort über das Buch zu verlieren, an dessen Macht er nie geglaubt hatte.
Mit einer leichten Verbeugung nahm er dieses entgegen, nickte den restlichen Anführern entgegen und sah Xio fragend an.
"Bring es bitte zurück in die Assassingilde und übergib es an die Schutzbefohlenen dort. Sie werden es gut verstecken." Wut blitzte in den dunklen Augen des Knights auf, Wut darüber, dass die Götter so einfach über Leben und Sterben der Menschen bestimmen konnten. Gian wollte seine Wut hinausschreien in die Welt, doch statt dessen gab er seinem PecoPeco die Sporen und schoss durch das Sograt Desert auf die Sphinx zu.

Plötzlich verdunkelte sich der Himmel. Die schlanken, hohen Fenster warfen nicht mehr das verspielte Licht ihrer Mosaikmuster in die Kirche, alle Kerzen waren mit einem Mal erloschen. Die Glocken des Kirchturms läuteten und schickten die wilde Dissonanz ihrer Klänge durch ganz Midgard. Überall bereiteten sich die Truppen auf die letzte Schlacht vor, Waffen wurden ein letztes Mal geschärft und das scharfe Klirren von Metall auf Metall gesellte sich zum Wehklagen der Schwachen, vermischte sich mit dem falschen Glockenklang.
Die sechs Gefährten überlief ein kalter Schauer. All ihre Gedanken waren bei Gian und sie hofften, er würde die Sphinx erreichen, bevor der Zorn der Götter ihn einholte.
Schweren Herzens erhoben sie sich und verließen die Kirche. Vor den Toren standen ihre Truppen, tapfere Männer und Frauen, die wussten, dass ihre letzte Stunde mit dem Klang der Glocken angebrochen war. Alle Städte waren befestigt und überall war man vorbereitet auf den Strom von Monstern, den die Götter ihnen aus Niflhel schicken würden, um dann selbst von den geheiligten Feldern Asgards auf die schmutzige, blutbefleckte Erde herabzusteigen und den Menschen den Garaus zu machen.

Naki wandte sich zu Adramelk, küsste ihn. Xio zog sein Schwert aus der Scheide, es sang in seiner Hand von Blutdurst und Rache. Gumbl hielt den Blick zu Boden gesenkt und räusperte sich. Alle Augen lagen auf ihm.
"Für Rune Midgard.", murmelte er leise. Xio wiederholte seinen Ruf, erhob das Schwert. "Für Rune Midard!" Adramelk, Pern, Sturmfeuer und Naki stimmten ein. "Für Rune Midgard!!" Und auf einmal hallte es von allen Seiten - "FÜR RUNE MIDGARD!!!"
Die Wolkendecke hoch über ihren Köpfen begann, wie ein Strudel auf einen Mittelpunkt zu fließen. Das Auge des aufkeimenden Sturmes glühte in einem giftigen Purpur. Die Kampfesrufe der Truppen Midgards hallten durch die gesamte Stadt, das Adrenalin begann, durch die Venen der Kämpfer zu pulsieren und sie schwenkten kampfeslustig ihre Waffen, als der erste Schwall Untoter vom Himmel ausgespien wurde.

Der letzte Tag Rune Midgards hatte begonnen.
Und es sollte lange dauern, bis die Sonne wieder aufgehen würde.
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Jira

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11

Wednesday, October 26th 2005, 9:42pm

omfg q.q
das is zu geil schreib weiter >.<

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12

Wednesday, October 26th 2005, 11:54pm

*Gänsehaut*
Du...solltest...sowas....beruflich machn ... q.q
Ich finde du kannst das echt mega-gut! Ich kann mir alles super vorstellen, weil du immer so genau beschreibst und überhaupt.... wooooaaaah... *worte fehln*...

:no1:

quit ro.

13

Thursday, October 27th 2005, 6:55am

Hmm ist wirklich gut beschrieben aber an manchen stellen fehlen mir irgendwie die... umgebungs beschreibung? Also z.B im letzten teil, irgendwie weis man nciht was nun mit dem winzer, mit den stadtbewohnern etc passiert (ode rkommt das noch?) zB das Frauen mit kindern sonst wo verstaut werden o.o Vielleicht habich das ja auch nur überlesen x_X
Irgendwie stellich mir das lustig vor, wenn es plötzlcih untote vom himmel regnet oO;
Irgendwas hab ich gestern noch gelesen wa smir irgendwie komisch vorkam aber die stelle fin ich grad nich x_X

Naki

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14

Thursday, October 27th 2005, 10:19am

Was mit dem Winzer und den anderen Leuten passiert, kommt ja noch im nächsten Kapitel. Das war ja noch nicht das Ende der Geschichte. Ich kann dir aber gerne die Tatsache spoilern, dass der Winzer sterben wird ;p Außerdem ist er kein Protagonist, sondern nur eine Randfigur, deswegen werde ich auf ihn nur noch an einer Stelle eingehen. Und meinst du mit Umgebung jetzt nur die Menschen oder auch die lokale Umgebung? o_O
Ajo, wenn du lieber möchtest, dass die Untoten vom Boden ausgespuckt werden, auf einmal zwischen den Menschen stehen oder ganz frech aus ihren Häusern kommen, lässt sich das bestimmt einrichten.

Und danke für alle Kommentare auf jeden Fall =D
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15

Thursday, October 27th 2005, 2:24pm

Lol, da ich vor n paar tagen wieder mal meine Ragnarök Manhwas rausgekramt hatte, stelle ich mir das wie den teil mit Himmelmez und so vor XD;
Naja ich meinte jetzt auch nicht unbedingt den winzer sondern eher wie gesagt was die anderen leute machen, gibt ja auch alte knacker und frauen und kinners die nicht kämpfen können/wollen/müssen/wasauchimmer, ob die jetzt inpanik durch die straßen rennen, sich von juno stürtzen oder weis der geier was Oo;
Wie auch immer ich lass dich mal machen und dan sehen wir ja was gutes dabei rauskommt ^^

~Xion~

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16

Friday, October 28th 2005, 12:12am

Waiiiii toll geschrieben Naki weiter so freue mich auf das nächste Kapitel <3

Naki

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17

Friday, October 28th 2005, 2:06am

Nur ein kurzer Abschnitt heute mit einem kleinen Cliffhanger, da ich ja von Freitag - Mittwoch nicht da bin. Tut mir Leid, dass es so wenig und so chaotisch ist >>; Dieser Abschnitt zeigt hauptsächlich auf, wie die Zerstörung Midgards ihren Lauf nimmt und endet im Auftakt zum Höhepunkt dieses Blicks in die Vergangenheit. Da die eigentliche Geschichte ja in der Zeit nach der Apokalypse spielt, werde ich die einzelnen Schritte und Stufen des Untergangs nicht allzu sehr ausführen, aber wer wann, wo und wie stirbt, kommt im nächsten Teil=p

Rune Midgard

Nebel stieg auf und senkte seinen weichen, milchigen Schleier über das untergehende Midgard. Barmherzig verdeckte er das Antlitz der vom Tod gezeichneten, Verstümmelten und schwächte die Schreie der Verwundeten ab. Süß klangen die Versprechen des Gevatters mit der vom Ruß der Hölle schwarz gefärbten Sichel, schmeichelnd und umgarnend lockte er mehr und mehr der tapferen Krieger in den Tod.
Männer starben, mit dem Herzen und ihrem letzten Gedanken ganz bei ihren Geliebten, furchtlose Frauen ließen ihr Leben und tränkten die gepeinigte Erde Rune Midgards mit ihrem Blut. Wer nicht mehr kämpfen konnte, der betete und hoffte auf einen der Priests aus Adramelks Gefolge, auf dass er seine Schmerzen lindern möge. Auf Rettung hoffte nun keiner mehr, die meisten ergaben sich stumm in ihre Qualen und warteten auf das Ende der Hoffnung.
In ganz Midgard harrten die Schutzbefohlenen, die Schwachen und Jungen aus, tief versteckt unter der bebenden Erde. Furchtsam drängten sie sich an einander in den Culverts bei Prontera, im Untergrund des Königspalasts in Morroc oder im Sage Castle in Juno. Zu Tausenden waren sie eingepfercht in den dunklen Gewölben der steinernen Hallen, sie wagten nicht zu sprechen oder gar ihre Fähigkeiten zu benutzen, Angst lähmte ihre Glieder und Sinne und niemand vermochte zu sagen, wie lange sie schon warteten - auf Erlösung durch einen glorreichen, strahlenden Retter oder den hämisch grinsenden Tod. Panik kroch langsam in ihre Herzen und sie hofften, dass die Götterdämmerung bald vorbei sein möge und dass die rachsüchtigen Himmlischen sie verschonen würden.

Außerhalb der schützenden Gemäuer tobte der Weltuntergang, wahre Blutregen färbten den gräulichen Nebel in ein stumpfes Rot und die Menschen waren taub für jegliches Gefühl geworden, denn das Brüllen der Monster und das Jammern der eigenen Truppen hatte die Wärme in ihren Herzen ausgelöscht.
Es war aussichtslos. Den sechs Gefährten wie auch den Abertausenden von Kämpfenden war bewusst, dass die Schlacht erst enden würde, wenn sie alle der gierigen Blutlust der Monster zu Opfer gefallen waren. Untote waren gekommen, aus allen Ecken und Winkeln Midgards waren sie gekrochen, während eine wahre Armee düsterer Abysmal Knights mit Khalitzburgs im Gefolge unter dem Befehl eines düsteren Lord of Death aus dem Himmel zu ihnen herabgestiegen war.
Das schrille Kreischen von Metall auf Metall untermalte das Keuchen und Aufstöhnen der Truppen, Waffen zerschellten an Rüstungen, die härter waren als die besten Schmiedearbeiten Hollgrehenns, Rüstungen brachen unter der ungebändigten Kraft der Faust des Lord of Death und selten fiel ein dunkler Höllenritter, doch viele der schillernden PecoPecos stürzten und begruben ihre tapferen Reiter unter sich. Sturmfeuer sah seine listigen und flinken Rogues blutüberströmt vor ihren Peinigern fliehen, er sah, wie seine Freunde und Kameraden einer nach dem anderen fielen. Sein Herz verhärtete sich, sein Blick wurde starr. Fest umklammerte er den Schaft seines Kurzschwertes, der kühle Griff des Bucklers vermochte es nicht, seine Wut zu zähmen, und auch die erschrockenen Aufrufe seiner fünf Gefährten konnten ihn nicht mehr aufhalten, als er trunken vor Zorn mit brennenden Augen auf den Lord of Death zustürzte...
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18

Friday, October 28th 2005, 2:43am

omfg bis mittwoch also nix neues q.q
aber echt hammer geil geschrieben...
ich will mehr >.<

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19

Friday, October 28th 2005, 9:26am

Quoted

Original von Naki
Das schrille Kreischen von Metall auf Metall untermalte das Keuchen und Aufstöhnen der Truppen, Waffen zerschellten an Rüstungen, die härter waren als die besten Schmiedearbeiten Hollgrehenns, Rüstungen brachen unter der ungebändigten Kraft der Faust des Lord of Death und selten fiel ein dunkler Höllenritter, doch viele der schilldernden PecoPecos stürzten und begruben ihre tapferen Reiter unter sich.


da hamma ja das problem, hollgrehenn bringt doch nix zustande^^
(\__/)
(O.o)
(> <)
Das ist Bunny. Kopiert Bunny in eure Sig, um Bunny zur Weltherrschaft zu verhelfen.

Rund herum ums helle Feuer, rundherum in wildem Tanz, kreisen Körper, Geister, Blicke berühren sich im Fluge....

N>Sig.....

20

Friday, October 28th 2005, 10:03am

Quoted

Original von Slow

Quoted

Original von Naki
Das schrille Kreischen von Metall auf Metall untermalte das Keuchen und Aufstöhnen der Truppen, Waffen zerschellten an Rüstungen, die härter waren als die besten Schmiedearbeiten Hollgrehenns, Rüstungen brachen unter der ungebändigten Kraft der Faust des Lord of Death und selten fiel ein dunkler Höllenritter, doch viele der schilldernden PecoPecos stürzten und begruben ihre tapferen Reiter unter sich.


da hamma ja das problem, hollgrehenn bringt doch nix zustande^^


Slow du bist soo fies! :shy: Untergangsstimmung, alles ist düster in meinen Gedanken und dann kommt son Kommentar von dir!! Schäm dich!! XD :] :heh